Rettungshunde durchsuchen Kilianstollen

Das hat es im Marsberger Besucher-Bergwerk noch nicht gegeben: Gemeinsam hatten sich die Rettungshunde des Fachbereichs Biologische Ortung vom THW OV Brilon und die Ortsgruppe Arnsberg im Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. für ihre Jahresabschlussübung ein besonderes Terrain ausgesucht. Mit freundlicher Unterstützung des Marsberger Heimatbundes, Herrn Dieter Köchling, und der fachlichen Leitung der Grubenführer Winfried Hoppe, Guido und Lars Plemper ging es nach der Begrüßung und einer kurzen Einweisung mit der Grubenbahn 1100 m in den Berg bis unter den Bilsteinturm. Dabei wurden ca. 30 m Höhenunterschied überwunden. Schon allein das Verbringen der Ausrüstung und der 13 Hunde samt Führer war eine logistische Herausforderung. In den engen Loren der Grubenbahn rückten jeweils vier Hundeteams zusammen und ruckelten und polterten in den Berg.

Was kommt da alles auf uns zu, fragten sich die Rettungshundler. Die Vierbeiner ließen die Fahrt mit angelegten Ohren und einer nicht ganz stressfreien Mimik über sich ergehen. Untertage angekommen, krabbelte die Truppe aus den engen Loren in ein Gewölbe, den Verladebahnhof. Was uns hier die Natur an Farbenpracht bot, überschritt unser Vorstellungsvermögen. Gespannt lauschten wir dem Vortrag des engagierten Grubenführers Winfried Hoppe über geologische Formationen und der Entstehungsgeschichte des Bergbaus. Die durch tektonische Erdverschiebungen vor Millionen von Jahren aufgeworfenen Schieferschichten begünstigen das Auswaschen von unterschiedlichen Erzen und Mineralien. Schneller als in Tropfsteinhöhlen kalkhaltiger Gesteine wachsen die Stalaktiten von den Gewölben in den schillernsten Farben wie nur die Natur sie hervorbringen kann. Kupfer ist hier das vorherrschende Edelmetall mit seinen Färbungen Grün und Blau - Schwarz steht für Mangan - Rot und Braun weisen auf Eisen hin. Ein imponierendes Farbenensemble urgeschichtlicher Ereignisse. Gewiss werden wir der Einladung folgen und uns intensiver mit dem Bergwerksmuseum beschäftigen. Die Neugier ist jedenfalls geweckt.

Der Kompressor- und Gleichrichterraum, heute zur Steiger- und Bergmannsstube umgebaut, diente uns als Einsatzstützpunkt. Je nach Ausbildungsstand bekamen die RH-Teams ihre Aufgaben zugewiesen. Erstaunlich - war doch die Verbringung in den Berg, die ungewohnte Enge sowie Geräuschkulisse bereits Belastung genug - zeigten doch alle Teams ihr Können. Ob in Flügelorten, Wetterschächten, der alten Sprengstoffkammer oder dem Weitungsbau, den Hunden entgingen keine Versteckpersonen. Auch die lebensgroßen Puppen, die in traditioneller Bergmannskluft in den verschiedensten Einsatzorten ihre Arbeit unter Tage demonstrierten, konnten die Hunde nicht irritieren. In unzugänglichen Verbauen, hinter der Wettertür oder auch in der Grubenbahn, die Hundenase lies sich nicht irritieren. Bedingt durch unterschiedliche Luftströmungen und Auftriebe folgten die Hundenasen oft auf interessanten Wegen den Geruchsfahnen zu den Versteckpersonen. Mal wurde zunächst der First im Weiterungsbau abgetastet, mal ging es auf Umwegen durch Querschläge, doch letztendlich wurde das Ziel, die Versteckperson immer gefunden und korrekt angezeigt.

Alle Teilnehmer waren sich nach einem langen anstrengenden Übungstag einig – das muss wiederholt werden.

Glückauf

 

Bilder zum Bericht

 

Weitere Informationen im Netz unter

http://www.ov-brilon.thw.de/

http://www.kilianstollen.de/

 

 

 

 

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